Ein stark maklergeprägter Markt
Belgien zählt weiterhin zu den am stärksten maklergeprägten Versicherungsmärkten in Europa. Makler verfügen über eine starke Position sowohl im privaten als auch im gewerblichen Schaden- und Unfallgeschäft und spielen darüber hinaus eine wichtige Rolle in den Bereichen Leben, Employee Benefits und vermögensnahen Lösungen. Gleichzeitig bleibt der Markt stark fragmentiert, mit zahlreichen lokal verankerten Unternehmen und unternehmerisch geprägten Beständen.
Gerade diese Kombination macht Belgien besonders attraktiv für Konsolidierung. Gleichzeitig zeigt Q1 2026, dass Käufer selektiver werden. Entscheidend ist nicht mehr allein, wie viel Prämienvolumen oder Provision ein Unternehmen beiträgt, sondern welche Regionen, Kompetenzen oder Kundensegmente gezielt gestärkt werden.
Ausgewählte Transaktionen – Q1 2026
Eine der prägendsten Transaktionen war die Integration von Kantoor Windey und Assutron in Vanbreda Risk & Benefits. Damit stärkt Vanbreda seine Position im Waasland und sichert gleichzeitig die Kontinuität des lokalen Managements. Die strategische Logik ist klar: Starke regionale Kundenbeziehungen werden mit breiterem Versichererzugang, spezialisierter Expertise und zentralen Unterstützungsfunktionen kombiniert.
Auch die Hillewaere Groep war aktiv und erweiterte ihr Portfolio um Carlier Verzekeringen und Groep Callens. Insbesondere Groep Callens ist hervorzuheben, da Hillewaere hier rund 16 Mitarbeitende und etwa 2,1 Mio. Euro Provisionserlöse angibt. Das unterstreicht, dass belgische Konsolidierer nicht nur kleinere Portfolios erwerben, sondern gezielt auch substanzielle regionale Bausteine integrieren.
Callant startete das Jahr ebenfalls mit einem klaren Akquisitionsschritt. Die Übernahme von Natel, Toulouse-d’Udekem und Findin wurde zum 1. Januar 2026 wirksam und erweiterte die Präsenz unter anderem in der Denderstreek, in Ypern, Landen und Tienen. Die Transaktion stärkte nicht nur die geografische Abdeckung, sondern brachte auch zusätzliche Kompetenz in den Bereichen Versicherungsanlagen, vermögende Privatkunden und KMU-Segmente.
Darüber hinaus fanden mehrere kleinere, aber richtungsweisende Transaktionen statt. Die Gysemans Groep übernahm Zakenkantoor Van Opstal und kombinierte damit Versicherung, Banking und Immobilienberatung in einem integrierten lokalen Beratungsmodell. Sharp Insurance Brokers (Teil des Unternehmens Brokers in Excellence) stärkte sich durch die Übernahme von Verzekeringen Vantieghem und wuchs auf rund 40 Mitarbeitende. Matrix Verzekeringen und Kolum Verzekeringsteam schlossen sich zum 1. Januar zu Matrix-Kolum Verzekeringen zusammen und bilden nun eine Plattform mit 11 Standorten. Auch die Fusion von Kantoor Van de Casteele und Kantoor Welvaert & Van Cauwenberghe zu Welvaco wurde im ersten Quartal angekündigt, mit operativem Start kurz nach Quartalsende.
Von Fragmentierung zu Plattformqualität
Q1 bestätigt, dass Belgien weiterhin erhebliches Konsolidierungspotenzial bietet, der Markt jedoch zunehmend professioneller wird. Käufer suchen gezielt nach regionalen Ankerpunkten, Nachfolgelösungen, kommerziellen Fähigkeiten und spezialisierten Portfolios, die in skalierbare Plattformmodelle passen.
Für Verkäufer bedeutet dies, dass eine starke lokale Marktposition weiterhin attraktiv ist, jedoch nur dann, wenn sie auch übertragbar ist. Kundenbindung, Bestandsqualität, Managementkontinuität und Spezialisierung gewinnen im Bewertungsprozess zunehmend an Bedeutung.
Der belgische Markt ist damit nicht einfach ein Markt, in dem viele kleine Unternehmen zusammengeführt werden. Vielmehr zeigt sich, dass die erfolgreichsten Käufer zunehmend gezielt stärkere, professionellere und spezialisiertere Vertriebsplattformen aufbauen.
Unser Marktreport zum Download
Der belgische Markt steht nicht isoliert. In ganz Europa beobachten wir die gleiche Entwicklung: Käufer bleiben aktiv, agieren jedoch selektiver. Bewertungsniveaus entwickeln sich zunehmend auseinander, und Wachstum erfordert mehr als reine Größe.
Im neuen MarshBerry-Report „Versicherungsvermittlung in Europa, M&A Marktreport 2026“ analysieren wir die Kräfte, die den Markt in 32 europäischen Ländern neu formen.
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