Today's Viewpoint: Eine MarshBerry-Veröffentlichung

DACH M&A IN DER VERSICHERUNGSVERMITTLUNG Q3 2026: INTERNATIONALE KÄUFER ERWEITERN DIE AUSWAHL FÜR INHABER

Im dritten Quartal 2026 erweiterten neue internationale Marktteilnehmer und etablierte Konsolidierer den Kreis potenzieller Käufer in der Versicherungsvermittlung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für Inhaber und Gesellschafter von Versicherungsvermittlungsunternehmen, die einen Verkauf oder eine Nachfolgelösung erwägen, wächst damit die Auswahl an möglichen Partnern. Für ein optimales Transaktionsergebnis kommt es zunehmend darauf an, einen Käufer zu finden, der zum Unternehmen und zu den Zielen der Eigentümer passt und zugleich die gewünschten Transaktionsbedingungen bietet.

Die Transaktionsübersicht von MarshBerry für Q3 umfasst 17 angekündigte oder gemeldete Transaktionen in der Versicherungsvermittlung und in verwandten Beratungsbereichen sowie drei weitere Transaktionen in angrenzenden Branchen. Da die Übersicht auch geplante Transaktionen enthält, entspricht diese Zahl nicht der Anzahl abgeschlossener Übernahmen. Erfasst sind unter anderem Transaktionen mit Versicherungsvermittlungsunternehmen, einem Maklerpool, einem Managing General Agent (MGA) und einer Beratungsgruppe für betriebliche Altersversorgung. Die betreffenden Unternehmen haben ihren Sitz in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Art der Transaktionen ist aussagekräftiger als ihre Anzahl allein. Käufer suchten nach Spezialwissen, Zugang zu etablierten Vertriebsnetzwerken und Unternehmen, die von gemeinsamer Technologie und zentralen Dienstleistungen profitieren können. Bei mehreren Transaktionen blieben die bisherigen Inhaber eingebunden, etwa indem sie das Unternehmen weiterhin führten, eine Beteiligung behielten oder einen Teil des Verkaufserlöses in die Gruppe reinvestierten. So lässt sich ein Verkauf mit einer aktiven Rolle in der weiteren Unternehmensentwicklung verbinden.

Übernahmen von Spezialisten erweitern das Leistungsangebot

ATTIKON kündigte in Q3 vier Übernahmen an, die jeweils einen bestimmten Bereich des Leistungsangebots stärken. Molami bringt Expertise in den Bereichen Kreditversicherung und Forderungsfinanzierung, insbesondere im Factoring, ein. B&S Assekuranz- und Finanzmanagement betreut Family Offices und vermögende Privatkunden. ASP Assecuranzmakler ergänzt das Portfolio um Fachwissen in der Immobilienverwaltung und Immobilienwirtschaft. Das in Wien ansässige Unternehmen S.A.V. ist auf Versicherungen für Oldtimer und Spezialfahrzeuge spezialisiert.

Die GLOBAL GRUPPE übernahm über ihre Schweizer Tochtergesellschaft Global Gruppe Schweiz AG den Luftfahrtversicherungsspezialisten Caminada Aviation. Der bisherige Geschäftsführer und das Team bleiben an Bord. Damit bleiben das Fachwissen und die Kundenbeziehungen erhalten, auf denen das Geschäft aufbaut.

Die Übernahme von Veritas durch Aventus zeigt, wie sich das Leistungsangebot für eine bestehende Kundengruppe durch einen Zukauf erweitern lässt. Veritas betreut gewerbliche Versicherungskunden im deutschen Mittelstand. Corporate Pension Partner (CPP), der bereits zu Aventus gehörende Spezialist für betriebliche Altersversorgung, kann diese Arbeitgeber zusätzlich bei ihren Versorgungslösungen unterstützen. Das Wachstumspotenzial liegt somit darin, den übernommenen Kunden zusätzliche Leistungen anzubieten und dafür die bereits vorhandene Expertise der Gruppe zu nutzen.

Bei diesen Transaktionen ist die Integration ein wesentlicher Bestandteil der Übernahmestrategie. Der Verbleib spezialisierter Teams trägt dazu bei, die bestehende Ertragskraft zu sichern. Wird ihr Fachwissen innerhalb der Gruppe breiter genutzt, ergeben sich zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten. Käufer müssen darlegen, wie sie sowohl das bestehende Geschäft sichern als auch weiteres Wachstum erzielen wollen.

Internationales Wachstum durch Übernahmen und Vertriebsnetzwerke

In der Schweiz setzte sich die Konsolidierung in der Versicherungsvermittlung fort. ASSEPRO übernahm CONVIDA, während OZP Franzelli erwarb. CONVIDA stärkt die Präsenz von ASSEPRO in der Ostschweiz. Franzelli erweitert das bestehende Versicherungsvermittlungsgeschäft von OZP.

In Deutschland gehörten die Ankündigungen von Max Matthiessen im September zu den wichtigsten Entwicklungen des Quartals. Am 23. September gaben die schwedische Gruppe und die BEST GRUPPE die Gründung von Best Matthiessen bekannt. Das Joint Venture konzentriert sich auf den Erwerb und die Weiterentwicklung inhabergeführter deutscher Versicherungsvermittlungsunternehmen, insbesondere in den Bereichen Gewerbeversicherungen, betriebliche Altersversorgung und weitere versicherungsbasierte Zusatzleistungen für Beschäftigte.

Die Plattform bündelt Dienstleistungen unter anderem in den Bereichen IT, Compliance und Personalwesen. Gleichzeitig behalten die angeschlossenen Unternehmen ihre eigene Marke, ihre Kundenbeziehungen und ihre unternehmerische Verantwortung. Das Angebot richtet sich damit an Inhaber, die zusätzliche Ressourcen suchen und ihr Unternehmen zugleich weiterführen möchten.

Am 29. September kündigte Max Matthiessen an, eine Mehrheitsbeteiligung an der in Leipzig ansässigen Invers erwerben zu wollen. Der Maklerpool unterstützt mehr als 3.000 Versicherungsvermittler und unabhängige Anlageberater. Laut der Ankündigung steht der Abschluss der Transaktion unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher und weiterer aufsichtsrechtlicher Genehmigungen.

Max Matthiessen verfolgt damit zwei Wege, um in Deutschland zu wachsen. Über Best Matthiessen will die Gruppe Versicherungsvermittlungsunternehmen erwerben und weiterentwickeln. Die geplante Beteiligung an Invers eröffnet ihr Zugang zu einem breiten Vermittlernetzwerk. Innerhalb dieses Netzwerks kann sie auch Versicherungsbestände von Unternehmern übernehmen, die in den Ruhestand gehen. Max Matthiessen nannte diese Möglichkeit ausdrücklich in der Ankündigung zur Invers-Transaktion.

Die geplante Mehrheitsbeteiligung von Max Matthiessen an Invers steht für eine breitere Entwicklung: Käufer investieren auch in Maklerpools und Dienstleistungsplattformen, die unabhängige Vermittler durch Zugang zu Versicherungsprodukten, administrative Dienstleistungen und IT unterstützen. Frühere Beispiele sind die in Q1 angekündigte Netfonds-Transaktion und die Beteiligung von VEMA an BCA in Q2. Auch die Fusion von CHARTA und germanBroker.net fügt sich in diese Entwicklung ein. Nach der Zustimmung der Gesellschafter im Juni wurde am 26. August der Abschluss der Fusion bestätigt. Über ihre Dienstleistungen stehen diese Organisationen mit einer Vielzahl selbstständiger Vermittlungsunternehmen in Verbindung.

Für Käufer eröffnen diese Netzwerke Zugang zu potenziellen Übernahmekandidaten. Gemeinsame Systeme erleichtern zudem die Verwaltung übernommener Versicherungsbestände. Dadurch konkurrieren Konsolidierer, Maklerpools und auf Unternehmensnachfolge spezialisierte Anbieter zunehmend um dieselben kleineren Vermittlungsunternehmen.

Für Inhaber, die einen Verkauf oder eine Nachfolgelösung erwägen, eröffnet der wachsende Käuferkreis zusätzliche Möglichkeiten, einen passenden Partner zu finden. Das Interesse eines Käufers kann sich auf Spezialwissen, regionale Präsenz, einen attraktiven Kundenbestand oder den Zugang zu Vertriebskanälen richten. Wer diese Motive versteht, kann den Wert des eigenen Unternehmens für unterschiedliche Käufer besser herausarbeiten und den Verkaufsprozess entsprechend gestalten.

Österreich bleibt attraktiv für Plattforminvestitionen

Vier Transaktionen in der Q3-Übersicht betrafen österreichische Versicherungsvermittlungsunternehmen. Leading Brokers United Austria übernahm VDSF und Hochnegger, ATTIKON erwarb S.A.V. und RENOMIA investierte in KOBAN.

VDSF bringt Erfahrung in der Betreuung von Kommunen, Industrieunternehmen und weiteren Gewerbekunden ein. Hochnegger ergänzt das Portfolio um Expertise im Baugewerbe und in verwandten Branchen. Diese Übernahmen verbinden regionale Präsenz mit Branchenwissen, während die bisherigen Unternehmer weiterhin eingebunden bleiben.

Die Investition von RENOMIA in KOBAN unterstreicht die Wachstumsambitionen der Gruppe in Österreich. RENOMIA und die Familie Koban halten jeweils die Hälfte einer Holdinggesellschaft, die 90 % an KOBAN hält. Die verbleibenden 10 % hält SÜDVERS. Das Unternehmen bleibt unter der Führung der Familie und strebt bis 2033 ein betreutes Prämienvolumen von 500 Millionen Euro in Österreich an. Erreicht werden soll dies durch organisches Wachstum, Übernahmen und strategische Investitionen.

Die Transaktion knüpft an den Markteintritt von RENOMIA in Österreich im Jahr 2023 an, der durch die Partnerschaft mit Steinmayr & Co. erfolgte. Mit KOBAN stärkt RENOMIA ihre lokale Plattform für weiteres Wachstum, unterstützt durch engagierte Gesellschafter und zusätzliche Ressourcen.

Technologie beeinflusst die Übernahmestrategie

Die Übernahme von i-finance und die Beteiligung an Finanzberatung Bierl durch Tjara zeigen, wie Technologie sowohl die Auswahl von Übernahmekandidaten als auch die Entscheidung für einen Käufer beeinflussen kann.

Mit der Übernahme von i-finance will die Gruppe ein bestehendes Online-Vermittlungsunternehmen ausbauen und dafür die Technologie von blau direkt stärker in die Geschäftsabläufe integrieren. Bierl bringt Spezialwissen in der Berufsunfähigkeitsversicherung und der privaten Krankenversicherung ein, ergänzt durch einen etablierten Ansatz zur digitalen Kundengewinnung. Die Gruppe will dieses Wissen dem gesamten Vermittlernetzwerk zugänglich machen.

Beide Transaktionen verbinden spezialisierte Beratung oder digitalen Vertrieb mit Systemen und Dienstleistungen, die weiteres Wachstum ermöglichen sollen. Angestrebt werden eine effizientere Verwaltung, mehr Beratungskapazitäten und eine breitere Nutzung des erworbenen Fachwissens.

Auch die angekündigte Übernahme von Friendsurance durch Cover Genius zeigt, wie Technologie die Konsolidierung in der Versicherungsvermittlung vorantreibt. Friendsurance bringt eine etablierte Plattform für Embedded Insurance ein, bei der Versicherungen in das Angebot anderer Produkte und Dienstleistungen integriert werden. Hinzu kommen Beziehungen zu europäischen Banken und Finanzinstituten. Cover Genius bringt zusätzliche technologische Kompetenzen und internationale Vertriebskanäle ein. Gemeinsam sollen weitere Märkte und Produkte für Embedded Insurance erschlossen werden.

Ein weiteres Beispiel ist die vollständige Übernahme von IWV durch Ecclesia am 21. Juli nach einer bereits bestehenden Minderheitsbeteiligung. IWV verbindet versicherungsmathematische Beratung und Beratung zur betrieblichen Altersversorgung mit einer digitalen Plattform für die komplexe Verwaltung von Versorgungszusagen sowie einer auf Versicherungsvermittlung spezialisierten Tochtergesellschaft.

Der strategische Wert dieser Unternehmen geht damit über ihren bisherigen Umsatz hinaus. Ihre Prozesse, Systeme und Fachkenntnisse können auch die Dienstleistungen anderer Unternehmen der Gruppe verbessern. Um dieses Potential zu realisieren, sind ein klarer Integrationsplan sowie messbare Verbesserungen bei Produktivität, Servicequalität oder organischem Wachstum erforderlich. Angekündigte Technologieziele sollten daher an diesen Ergebnissen gemessen werden.

Partnerschaften erfordern klare Beteiligungsstrukturen und Entscheidungsrechte

Q3 zeigte auch, welche unterschiedlichen Möglichkeiten Inhaber haben, nach einer Transaktion weiterhin beteiligt oder operativ eingebunden zu bleiben.

Bei VDSF wurde die Möglichkeit einer Reinvestition in die Gruppe angekündigt. Hochnegger verweist auf die Möglichkeit, einen Teil des Verkaufserlöses in eine Beteiligung an der Gruppe umzuwandeln. Bei KOBAN behält die Familie eine wesentliche Beteiligung. Bei B&S und Bierl bleiben die Gründer operativ tätig. Dass sie weiterhin Führungsaufgaben übernehmen, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sie auch Gesellschafter bleiben.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Wer weiterhin eine Führungsfunktion übernimmt, sorgt für Kontinuität und behält Einfluss auf das Tagesgeschäft. Wer eine Beteiligung behält oder reinvestiert, nimmt auch an der künftigen Wertentwicklung teil. Welche Entscheidungsrechte, finanziellen Ansprüche und Risiken damit verbunden sind, hängt von der Transaktionsstruktur ab.

Für Gesellschafter, die eine Partnerschaft erwägen, ist der Kaufpreis nicht das einzige Entscheidungskriterium. Genauso wichtig sind die Regelungen zur Unternehmensführung und zu den Entscheidungsrechten, der künftige Investitionsbedarf sowie die Möglichkeiten eines späteren Verkaufs der verbleibenden Beteiligung entscheidend. Bei einer Reinvestition des Verkaufserlöses muss der Verkäufer zudem die finanzielle Lage und die Wachstumsperspektiven der Gruppe berücksichtigen.

Die passende Struktur hängt von den Zielen des Inhabers ab: die Nachfolge regeln, das Wachstum unterstützen, einen Teil des im Unternehmen gebundenen Vermögens realisieren oder das Unternehmen vollständig verkaufen. Diese Ziele sollten die Auswahl potenzieller Partner und die Verhandlungen über die Konditionen bestimmen.

Ein größerer Käuferkreis macht eine klare Positionierung wichtiger

Nach unserer Einschätzung wurden die Unterschiede zwischen den Käufern im DACH-Markt in Q3 deutlicher sichtbar. Neue internationale Marktteilnehmer, spezialisierte Käufer und Vertriebsplattformen verfolgen unterschiedliche strategische Ziele. Dasselbe Unternehmen kann daher für jeden potenziellen Käufer einen unterschiedlichen strategischen Wert haben.

Bei der Vorbereitung einer Transaktion sollten Gesellschafter von Versicherungsvermittlungsunternehmen sowohl die nachhaltige Ertragskraft ihres Unternehmens als auch dessen Wert für potenzielle Partner nachvollziehbar darstellen. Spezialwissen, langfristige Kundenbeziehungen, ein starkes Managementteam und ein überzeugender Wachstumsplan bieten dafür eine tragfähigere Grundlage als Unternehmensgröße allein.

Für Käufer ist es wichtig, die Übernahmestrategie mit einem konkreten Plan für die Zeit nach der Transaktion zu verbinden. Dazu gehören die Bindung der für den Geschäftserfolg entscheidenden Mitarbeiter, klare Zuständigkeiten für die Integration und messbare Ziele. So lässt sich beurteilen, ob die Ressourcen und die Unterstützung der Gruppe tatsächlich zu besseren Ergebnissen führen.

In der nächsten Konsolidierungsphase wird die Fähigkeit, durch Übernahmen profitables Wachstum zu erzielen, die Wettbewerbsposition maßgeblich bestimmen. Plattformen, denen dies nachweislich gelingt, verbessern ihre Rendite und steigern zugleich ihre Attraktivität für Inhaber, die einen Verkauf oder eine Nachfolgelösung erwägen.

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Kontakt Marcel van Dijk
Wenn Sie Fragen zu Today's ViewPoint haben oder mehr darüber erfahren möchten, wie MarshBerry Ihrem Unternehmen helfen kann, seinen Weg in die Zukunft zu bestimmen, wenden Sie sich bitte an E-Mail oder rufen Sie an Marcel van Dijk, Director, bei +31 6 22 51 34 06.

MarshBerry ist weiterhin der Verkaufsberater Nr. 1 in der Branche (laut Rangliste von S&P Global). Wenn Sie erwägen, Ihr Unternehmen zu verkaufen, sind wir die beste Wahl, um Sie bei diesem komplizierten Prozess zu unterstützen. Wenn Sie MarshBerry nicht beauftragen, engagieren Sie einen seriösen Berater, der Ihnen bei der Bewältigung einer der wichtigsten Geschäftsentscheidungen, die Sie jemals treffen werden, helfen kann. Es ist viel besser für Sie, einen Berater an Ihrer Seite zu haben, der sich in der Branche auskennt, als dies auf eigene Faust zu versuchen.